Warum Olivenöl? Was ist das eigentlich für ein Saft?

Als mündiger Verbraucher setzt man sich beim Kauf der benötigten Alltagsfette ja zunehmend mit den Produkten im Regal auseinander. Hat man zudem noch einen gewissen Anspruch an Qualität und kulinarische Verwendbarkeit und will nicht einfach nur zur Flasche raffinierten Pflanzenöls für 80 Cent greifen, dann sollte man wissen, was es da noch so alles gibt.

Schnell gerät man dann an einen ganz besonderen Saft, dessen Geschichte Jahrtausende zurückreicht. Aber worum geht es beim großen Wundermittel der Antike, dem Olivenöl?

Olivenhaine in Andalusien zwischen Granada und Córdoba.

Das Olivenöl. Zusammen mit dem Wein ist es eines der ersten Lebensmittel, das der Mensch produziert hat. Es ist durchaus etwas anderes, als einfach nur ein Fett. Der erste, maßgebliche Unterschied zu all den Ölen und Fetten, die wir sonst noch so kennen ist, dass es aus frischen Früchten und nicht aus Samen oder Kernen gewonnen wird. Die Früchte, gemeinhin als Oliven bekannt, gedeihen an einem Baum, der so alt werden kann wie keine andere Nutzpflanze dieser Welt (Korkeichen nehmen wir mal aus, da Kork, zumindest für die meisten Menschen, kein Lebensmittel ist). Seine knorrige, runzlige Erscheinung und die silbrig glänzenden Blätter lassen immer wieder den Vergleich mit einem alten Mann aufkommen, wobei die meisten Menschen mit 400 und mehr Jahren sicher nicht mehr so gut aussehen würden. Das dieses Gewächs eine besondere Bedeutung hat, zeigt sich schon daran, dass seine Blätter für den Frieden stehen und noch dazu das Symbol der UNO umschließen. Früher kam man zu Friedensverhandlungen nicht mit der weißen Fahne, sondern mit dem Olivenzweig und es gab für Sieger bei Wettkämpfen nicht nur Lorbeerkränze, sondern auch Olivenkränze waren beliebt.

Es war, zusammen mit dem Wein, DIE Handelsware im Mittelmeerraum und kaum ein Land mit Zugang zu seinen Ufern kultivierte keine Oliven, extrahierte nicht das Öl aus den Früchten. Heute ist Olivenöl, nach einem gewissen Hype in den letzten 15 Jahren, in der Küche Mitteleuropas angekommen. Überall kann man es kaufen, teilweise wird es dem Konsumenten regelrecht hinterhergeworfen und abgesehen davon, dass es im Gegensatz zu anderen Ölen einen Eigengeschmack zu haben scheint, wissen die meisten nicht viel über das Potential dieses Saftes und sehen es eben nur als ein weiteres Fett an.

Das zu ändern ist unter anderem Ziel dieses Blogs.